Ein Zitat von Moshé Feldenkrais steht ganz oben auf seiner Seite, noch vor allen Angeboten, noch vor den Preisen. Sich selbst erkennen, das Wichtigste, was ein Mensch für sich tun kann. Ich bin dort stehen geblieben, bevor ich überhaupt wusste, wer Wolfgang Koller eigentlich ist.
Thusis, Graubünden. Ein Coachingraum, den man von Chur, vom Engadin, von fast überall im Kanton aus erreicht. Und ein Mann, der offenbar zwei Dinge gleichzeitig ernst nimmt: das Gespräch und die Bewegung.
Sport-Mentaltraining kennt man. Athletinnen, die unter Druck bestehen wollen, Trainer, die Verantwortung tragen, Eltern, die ihre Kinder begleiten, ohne zu drängen. Das alles findet sich auch bei Wolfgang Koller, sauber aufgeteilt, nichts Ungewöhnliches darin.
Doch dann ist da noch etwas anderes. Life Kinetik, steht da, ein Bewegungsprogramm zur Gehirnentfaltung. Und vielleicht ist es genau dieser Satz, der mich hat weiterlesen lassen, weil er so gar nicht nach Coaching-Sprache klingt, eher nach etwas, das aus einer ganz anderen Ecke kommt.
Wahrnehmungsaufgaben, kognitive Herausforderungen, ungewohnte, fast spielerische Bewegungen, gleichzeitig ausgeführt. Nicht um schneller zu laufen oder höher zu springen, sondern um dem Gehirn immer wieder neue Reize zu geben. Neue Verbindungen zwischen den Zellen, heisst es, mehr Aufmerksamkeit, mehr Konzentration, mehr Verarbeitungsgeschwindigkeit. Klingt gross. Ist wohl auch so gemeint.
Was mich daran eigentlich überrascht, ist nicht die Methode selbst, sondern wie selbstverständlich sie neben dem Mentaltraining steht, auf der Life-Kinetik-Seite. Als gehöre die Bewegung des Körpers ganz natürlich zur Klärung des Kopfes dazu. Zwei Wege, ein Ziel, keine Konkurrenz zueinander.
Und dann ist da noch dieser Gedanke, den Feldenkrais selbst geprägt hat, und den Wolfgang Koller sich offenbar zu eigen gemacht hat: dass Erkenntnis nicht nur im Kopf entsteht. Manchmal muss der Körper etwas vormachen, bevor der Verstand versteht, was gemeint ist. Ein ungewohnter Gedanke für ein Mentaltraining, das man sich sonst eher am Schreibtisch vorstellt, im Gespräch, im stillen Sitzen.
Auf seiner Über-Seite wirkt er zurückhaltend, fast bescheiden, kein Ausrufezeichen, keine grossen Versprechen. Nur ein Satz über den sicheren Rahmen, in dem man sich selbst reflektieren kann. Und irgendwo dazwischen dieses eine Feldenkrais-Zitat, das alles trägt.
Ich weiss nicht, ob Bewegung wirklich zu mehr Klarheit im Kopf führt, oder ob das nur eine schöne Idee ist, an die ich gerne glauben möchte. Doch dass jemand diese Verbindung so ernst nimmt, dass er dafür extra ein zertifiziertes Programm anbietet, das allein schon macht mich neugierig, was in so einem Info-Abend in Thusis eigentlich passiert.
Mehr zu Wolfgang Koller findest du auf wolfgangkoller.ch. Weitere Artikel zu life-coaching-Themen findest du auf mein-coach.ch.