Panta Rhei, alles fliesst. Ein Satz von Heraklit, über zweitausend Jahre alt, und trotzdem steht er ganz vorne auf der Seite von Andrea Gabriela Durisch Bohne in Flawil, als wäre er heute erst geschrieben worden.

Ich bin dort hängen geblieben, weil dieser Satz eigentlich zwei ganz unterschiedliche Angebote zusammenhält, die man sonst selten nebeneinander findet. Craniosacral-Therapie auf der einen Seite. Trauer- und Sterbebegleitung auf der anderen.

Die meisten Websites, die Craniosacral-Therapie anbieten, sprechen von Rhythmus, von Liquor, von sanften Impulsen, die der Körper aufnimmt. Auch hier ist das so. Doch dann kommt ein zweiter Satz dazu, den ich so noch nicht gelesen hatte: dieses Wieder-in-Fluss-Kommen gelte nicht nur für den Körper, sondern auch für das geistig-seelische Feld.

Und irgendwann versteht man, warum die beiden Angebote zusammengehören.

Wer trauert, dessen Körper trägt oft mit, was der Kopf noch nicht fassen kann. Das ist keine neue Erkenntnis, doch selten wird sie so konkret in ein Angebot übersetzt. Andrea Durisch Bohne arbeitet mit dem, was sie den inneren Arzt nennt, ein Begriff, den man aus der ursprünglichen craniosacralen Arbeit kennt. Nicht die Therapeutin weiss, was zu tun ist. Der Körper selbst trägt die Antwort, wartet nur darauf, gehört zu werden.

Auf der Seite zur Craniosacral-Therapie beschreibt sie, wie die Behandlung ohne Vorgaben auskommt. Keine Vorstellung davon, wie Gesundheit auszusehen habe. Nur die Bereitschaft, mit dem zu arbeiten, was gerade da ist. Das klingt nach wenig, ist aber vielleicht die eigentliche Kunst daran.

Was mich dann noch mehr überrascht hat: Sie ist nicht nur Craniosacral-Therapeutin. Sie ist auch Mitglied des Berufsverbandes der Pflegefachfrauen. Eine Ausbildung, die man auf solchen Seiten selten in dieser Kombination liest, meist trennt sich die Pflege von der komplementären Körperarbeit fein säuberlich. Hier stehen beide nebeneinander, und man ahnt, dass die eine Erfahrung die andere trägt.

Auf ihrer Über-mich-Seite erzählt sie wenig von sich selbst, eigentlich fast nichts. Verheiratet, Mutter zweier erwachsener Kinder, seit Jahren Weiterbildungen in Trauer- und Sterbebegleitung, in Patientencoaching. Keine grosse Geschichte, kein Ursprungsmoment wird erzählt. Nur die Aufzählung von Jahren, in denen sie sich weiter vertieft hat.

Vielleicht ist genau das der richtige Ton für ein Thema wie Sterben und Trauer. Nicht die grosse Erzählung, sondern die stille, jahrelange Bereitschaft, da zu sein, wenn jemand sie braucht.

Ich weiss nicht, wie sich eine craniosacrale Behandlung anfühlt, wenn der Grund dafür ein Verlust ist, den man noch nicht fassen kann. Aber ich kann mir vorstellen, dass ein Raum wie dieser, in Flawil, an der Grundstrasse, genau dafür gemacht ist. Ruhig, ohne Erwartung, einfach da.

Mehr zu Andrea Durisch Bohne findest du auf cranio-rhythmus.ch. Weitere Artikel zu life-coaching-Themen findest du auf mein-coach.ch.