Mentalcoaching soll angeblich vor allem im Kopf stattfinden. Bei Marco Maffiew stimmt das nur zur Hälfte.
Der Mann aus Untervaz führt drei Titel gleichzeitig: diplomierter Sport-Mentalcoach, betrieblicher Mentor mit eidgenössischem Fachausweis, und, man höre, zertifizierter Trainer für “Bewegtes Brain-Training”. Drei Ausbildungen, ein gemeinsamer Nenner. Vermutlich soll das Vertrauen schaffen. Es schafft vor allem Neugier.
Bewegtes Brain-Training ist der eigentlich interessante Teil. Man sagt, Bewegung und kognitive Leistung hingen zusammen, das ist keine steile These, dazu gibt es reichlich Forschung. Interessant wird es erst, wenn ein Coach das nicht bloss behauptet, sondern als eigenes zertifiziertes Format anbietet, statt es nebenbei zu erwähnen. Wer hier eine Randnotiz erwartet, irrt sich.
Auf seiner Über-mich-Seite beschreibt er sich als jemand, der beruflich mit Menschen arbeitet und dabei Sport, Musik und Coaching zusammenbringt. Das liest sich sympathisch, zugegeben. Nur bleibt es an dieser Stelle noch reine Selbstauskunft.
Was zählt, ist die Praxis dahinter. Sein Coaching folgt einem lösungsorientierten Ansatz, mit dem Ziel, aus Gesprächen konkrete Handlungsschritte abzuleiten. Kein revolutionäres Konzept, das gibt er auch nicht vor. Nur solide Handwerksarbeit, ohne grosses Vokabular.
Was auffällt: Er zitiert Marc Aurel und Pete Sampras auf derselben Seite. Ein römischer Kaiser neben einem Tennisspieler, beide sollen offenbar dieselbe Lebensweisheit belegen. Das wirkt bemüht. Zitate ersetzen keine Methode.
Sein eigentliches Zielpublikum wird auf der Seite zu den Einzelcoachings klarer: Sportlerinnen und Sportler, die unter Druck bestehen wollen, aber auch Berufstätige mit Prüfungsstress oder dem Wunsch nach mehr Klarheit im Kopf. Vom Turnier bis zum Vorstellungsgespräch, dieselbe Grundidee.
Angeblich ist mentale Vorbereitung im Sport der entscheidende Unterschied zwischen Sieg und Niederlage. Vielleicht. Vermutlich ist sie eher einer von mehreren Faktoren, neben Talent, Training und schlicht Tagesform. Diese Übertreibung findet man auf fast jeder Coaching-Seite, sie gehört fast schon zum Genre.
Was Marco Maffiew von der Konkurrenz abhebt, ist nicht das Vokabular. Es ist die Kombination aus Lehrerberuf, betrieblichem Mentoring und einem konkreten, zertifizierten Bewegungsformat. Drei Rollen, die sich ergänzen, statt sich zu widersprechen.
Ein Mentalcoach, der nicht nur redet, sondern auch bewegt. Selten genug.
Mehr zu Marco Maffiew findest du auf mentalparat.ch. Weitere Artikel zu life-coaching-Themen findest du auf mein-coach.ch.