Es gibt Websites, bei denen man nach zehn Sekunden weiss, was man vor sich hat. Und dann gibt es Seiten wie die von Katharina Bosshard, bei denen man länger bleibt, weil man nicht ganz sicher ist, was gerade passiert.

Ich bin dort hängen geblieben, wo die meisten vermutlich weiterklicken würden: bei einem Satz über Mittler und Kanäle, über eine Ebene, die man mit den physischen Augen nicht sieht. Mediale Arbeit, steht da. Kontakt zu Verstorbenen, zu Wesenheiten, zu Fragen, die sonst unbeantwortet bleiben. Man könnte das schnell weglegen. Vielleicht sollte man es aber nicht.

Katharina Bosshard war einmal Kindergärtnerin. Dann kamen die eigenen Kinder, und irgendwo dazwischen begann eine andere Ausbildung – zur Ritualleiterin, nach keltischem Jahreskreis. Danach Astrologie in Zürich, eine Lebensberatung in Vaduz, mehrere Jahre mediale Schulung. Ein Weg, der sich nicht geradlinig liest, eher wie etwas, das über Jahre gewachsen ist, ohne dass am Anfang ein Plan stand.

Was mich dann doch mehr interessiert hat als die mediale Arbeit selbst, ist das, was daraus entstanden ist: sechsunddreissig Bilder, gemalt in Mandalaform, mit Titeln wie Geduld, Erblühen, Innen und Aussen. Ein Zyklus namens „Heilende Bilder – Kräfte des Lebens”. Kein Nebenprodukt, eher so etwas wie eine zweite Sprache neben der ersten.

Sie schreibt selbst, dass Bilder – innere, symbolische – die Sprache der Psyche seien. Manche davon tragen uns, andere blockieren. Und der Heilungsprozess, so wie sie ihn beschreibt, beginnt nicht mit einer Diagnose, sondern mit dem Verstehen, woher ein hinderndes Bild kommt, und mit dem langsamen Finden eines neuen. Kein Werkzeugkasten, eher ein Übersetzungsvorgang.

Auf ihrer Website nennt sie sich Vermittlerin und Übersetzerin dieser Bilder. Ein Wort, das ich mir gemerkt habe. Nicht Heilerin, nicht Expertin – Übersetzerin. Als käme das eigentliche Wissen nicht von ihr, sondern durch sie hindurch.

Die sechsunddreissig Mandalas gibt es inzwischen auch zum Anfassen: als Buch mit spiralgebundenem Textbegleitheft, als Kartenset in kleinen Faltschachteln aus Fotokarton, dazu einzelne Doppelkarten mit Titeln wie Fülle, Klang, Kosmischer Reigen. Wer sich für das Kartenset interessiert, findet dort auch Fotos der einzelnen Motive. Kleine Objekte, die trotzdem aus einem sehr grossen Gedanken kommen – dass das irdische und das kosmische Gefüge miteinander verwoben sind und wir das meistens vergessen.

Ich will nicht behaupten, dass ich alles verstanden habe, was auf dieser Seite steht. Manches davon bleibt für mich, ehrlich gesagt, eine andere Sprache. Doch genau das war es, was mich hat weiterlesen lassen. Nicht jede Website, die von Heilung spricht, meint damit auch ein eigenes, in Jahren gewachsenes Bildersystem. Und nicht jede Praxis, die mit dem Unsichtbaren arbeitet, hat am Ende etwas so Konkretes wie ein Kartenset in der Hand, das man aufschlagen und anschauen kann.

Vielleicht ist es genau diese Mischung, die bleibt. Das Gespräch auf der einen Seite, ganz irdisch, ganz konkret. Und dahinter, kaum sichtbar, eine Ebene, von der man nur über die Bilder erfährt, die sie hinterlässt.

Mehr zu Katharina Bosshards Arbeit findest du auf katharinabosshard.ch. Weitere Artikel zu spiritueller Begleitung und life-coaching findest du auf mein-coach.ch.