Am Ende einer Sitzung bekommt man eine MP3-Datei. Nicht irgendeine, sondern eine, die eigens für einen selbst aufgenommen wurde. Das ist der Moment, bei dem ich auf der Seite von Evelyne Oberholzer stehen geblieben bin.

Vielleicht klingt das erstmal nach einer Kleinigkeit. Eine Aufnahme, ein paar Minuten Sprechstimme, zum Anhören zu Hause. Doch je länger ich darüber nachgedacht habe, desto mehr hat sich der Gedanke dahinter gezeigt: Die Sitzung endet nicht an der Tür der Praxis in St. Gallen oder Gossau. Sie geht mit, in Form der eigenen Stimme, die einen durch die nächsten Wochen begleitet.

Evelyne Oberholzer nennt sich Omni-Hypnosetherapeutin. Ein Begriff, den man selten liest, und der wohl andeuten soll, dass ihre Arbeit über die klassische Hypnose hinausgeht. Ihr grösseres Paket heisst Seelenwerk, aufgeteilt in mehrere Stufen. Ein kleines Paket mit drei Terminen, ein grosses mit fünf, dazu eigene Programme für körperliche Themen und für das, was sie “The woman in me” nennt.

Und dann diese Sprache, die einem entgegenkommt. Von inneren Perlen ist die Rede, von Themen, die zäh wie Kaugummi klebenbleiben, bis der Mechanismus dahinter verstanden wird. Man könnte das für zu blumig halten. Doch irgendwo dahinter steckt eine ziemlich klare Idee: dass der Verstand nur einen kleinen Teil von uns ausmacht, und dass echte Veränderung woanders beginnen muss, dort, wo Worte allein nicht hinreichen.

Auf der Seelenwerk-Seite wird sichtbar, wie unterschiedlich die Wege sein können, die zu ihr führen. Manche kommen wegen einer Angst, die sich nicht wegreden lässt. Andere wegen eines Körpers, der nach einer Krankheit oder einem Unfall nicht mehr so mitspielt, wie er sollte. Wieder andere, weil sie sich fragen, wer sie eigentlich sind, jenseits dessen, was von ihnen erwartet wird.

Auf ihrer Über-mich-Seite erzählt sie von ihrer eigenen Praxis in zwei Städten, von der Begleitung mit Herz, wie sie es nennt, und von einer Methode namens mindTV, eigens für Kinder entwickelt. Auch das ein kleiner Hinweis darauf, wie breit ihr Blick auf Hypnose eigentlich ist, nicht nur für Erwachsene mit grossen Lebensfragen, sondern auch für Kinder, die vielleicht einfach Angst vor der nächsten Prüfung haben.

Ich weiss nicht, wie sich so eine eigens aufgenommene Stimme anhört, wenn man sie abends im Dunkeln abspielt, allein, nach einer Sitzung, die einen aufgewühlt hat. Aber ich stelle mir vor, dass es einen Unterschied macht, ob man eine fremde Meditations-App hört, oder die eigene Therapeutin, die genau weiss, wovon sie spricht, weil sie dabei war, als es zur Sprache kam.

Mehr zu Evelyne Oberholzer findest du auf be-your-self.ch. Weitere Artikel zu life-coaching-Themen findest du auf mein-coach.ch.