In der Bäderstrasse sitzt eine Frau, die früher Verträge verhandelte — und heute Blockaden löst
mein-coach.ch Redaktion · 2. Juli 2026 · 5 Min.
Daria Peter, daria peter mental coaching, Baden
Baden ist so ein Ort. Thermalwasser, alte Fassaden, Limmatufer. Man geht durch die Bäderstrasse und denkt an Kurgäste aus einem anderen Jahrhundert. Und irgendwo in Hausnummer 25 sitzt eine Frau, die einmal fünfzehn Jahre lang internationale Vertragsverhandlungen geführt hat, in fünf Sprachen, für Grosskonzerne, als Kadermitarbeiterin. Und die irgendwann aufgehört hat, Verträge zu verhandeln, und angefangen hat, mit Augenbewegungen zu arbeiten.
Das klingt vielleicht nach einem jener Brüche, die Leute auf LinkedIn inszenieren. Aber bei Daria Peter hat man nicht das Gefühl, dass hier irgendetwas inszeniert wird.
Eigentlich bin ich auf ihre Seite gestossen, weil mich das Wort „wingwave” neugierig gemacht hat. Ich hatte es schon einmal irgendwo gelesen, vielleicht in einem Artikel über Lampenfieber bei Musikern, vielleicht auch anderswo. Und dann stand da, auf ihrer Seite, dass Studien an der Universität Hamburg und der Medizinischen Hochschule Hannover gezeigt hätten, dass schon zwei Stunden wingwave-Coaching Redeangst in Auftrittsfreude verwandeln könnten. Zwei Stunden. Man bleibt an so einer Behauptung hängen. Man will wissen, ob das stimmt. Oder ob es nur gut klingt.
Und dann liest man die Rückmeldungen auf ihrer Website. Die sind ungewöhnlich konkret. Da schreibt ein Berufsmusiker, dass seine Auftrittsangst sich nach einer einzigen Sitzung erledigt habe. Eine Mutter beschreibt, wie ihre elfjährige Tochter nach drei Sitzungen einen Leistungstest im Spitzensport bestand, an dem sie vorher gescheitert war. Eine Studentin der Ingenieurwissenschaften, die zwei Tage vor dem zweiten und letzten Prüfungsversuch kam, mit Panikattacken — und danach bestanden hat. Das sind keine vagen Dankbarkeitsformeln. Da stehen Daten, Ergebnisse, Zeiträume.
Vielleicht ist das die Juristin in ihr, die das so strukturiert hat. Oder vielleicht ist es einfach so passiert.
Was mich dann doch überrascht hat, war die Breite. Wingwave also, diese Kombination aus schnellen Augenbewegungen, neurolingistischem Programmieren und einem Muskeltest aus der Kinesiologie. Dazu klinische Hypnose — nicht die Bühnensorte, das schreibt sie sehr explizit, sondern eine Form, die den Zugang zum Unterbewusstsein öffnet, um dort Zielvereinbarungen zu verankern. Dann EFT, die Klopftherapie über Meridianpunkte. Achtsamkeit. Progressive Muskelentspannung.
Heute sind ihre Hauptklienten Führungskräfte, CEOs, Banker und Einzelunternehmer — Menschen mit akuten Stressthemen oder Burnout-Symptomen, beruflich wie privat. Die Rückmeldung, die sie immer wieder bekommt: Sie fühlen sich auf Augenhöhe, weil sie in einer klaren Sprache angepackt werden, effizient und an der Wurzel, unterstützt durch die spezifischen Tools, die sie inzwischen entwickelt hat.
Und dann das Kinder-Coaching. Ein zehnjähriger Junge mit Schlafstörungen und Ängsten, hochbegabt, der nach der ersten Sitzung sagte, er wolle gar nicht gesund werden — er wolle einfach nur wieder zu Daria. Ein Elfjähriger mit Heimweh vor dem Klassenlager, eine einzige Sitzung, und das Heimweh kam nie. Manchmal liest man solche Geschichten und denkt, das ist zu schön. Und manchmal denkt man: vielleicht ist es einfach jemand, der gut zuhören kann. Und der dann das richtige Werkzeug wählt.
Daria Peter nennt das ihren WHA-Faktor: Wissen, Humor, Authentizität. Das ist eigentlich ein seltsamer Ausdruck für eine ehemalige Wirtschaftsjuristin. Aber vielleicht ist es genau deshalb stimmig. Weil jemand, der Altgriechisch und Latein gelernt hat, der bei PwC im Rechtspool sass, der in der Sonntagszeitung, der Annabelle und im Tagesanzeiger porträtiert wurde, und der dann trotzdem in einem Behandlungsraum in Baden landet und mit sanften Augenbewegungen arbeitet — vielleicht braucht so jemand einen eigenen Ausdruck dafür, was sie antreibt.
Ich bin noch eine Weile auf der Über-mich-Seite hängengeblieben. Da steht, dass sie auch abends und samstags Termine anbietet. Und dass sie ihre Dienste auch auf Französisch, Englisch, Spanisch und Serbisch anbietet. Das sind Details, die man fast übersieht. Aber sie sagen etwas aus. Über Erreichbarkeit. Über den Wunsch, niemanden auszuschliessen.
Die Bäderstrasse in Baden. Thermalbäder, Heilquellen, alte Steine. Und in Nummer 25 jemand, der vielleicht eine andere Art von Heilung anbietet. Leiser als ein Thermalbad. Aber vielleicht, irgendwo, doch nicht so weit davon entfernt.